Der Faktor 10

Faktor 10 und das dahinter liegende Umweltkonzept der Dematerialisierung wurden Anfang/Mitte der neunziger-Jahre am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie (Deutschland) von Friedrich Schmidt-Bleek und seinem Team entwickelt.

Das Konzept der Dematerialisierung beinhaltet im Kern die Forderung, die vom Menschen verursachten Energie- und Stoffströme in den westlichen Industrienationen um einen Faktor 10 zu verringern bzw. analog die Ressourcenproduktivität (oder Ressourceneffizienz oder Ökoeffizienz) entsprechend um einen Faktor 10 anzuheben.

Damit wird vorrangig die Input-Seite des Wirtschaftens ins Zentrum der Betrachtung gerückt. Ein wesentlicher Beitrag zu diesem Ziel kann durch die Entwicklung ressourceneffizienter (ökoeffizienter) Produkte, Technologien und Dienstleistungen erbracht werden.

Dematerialisierung kann in Form des Material Input pro Serviceeinheit (MIPS) für Produkte, Technologien, Dienstleistungen, Infrastrukturen oder auch Wirtschaftsräume berechnet und damit objektiv miteinander verglichen werden. Das Inverse von MIPS wird als Ressourcenproduktivität (oder "Ressourceneffizienz" oder "Ökoeffizienz") bezeichnet.

MIPS ist ein Maß für den Naturverbrauch eines Produktes oder einer Dienstleistung entlang des gesamten Lebensweges von der Wiege bis zur Wiege (Gewinnung, Produktion, Nutzung, Entsorgung/Recycling).

Der Indikator MIPS eignet sich zur Bewertung und zum Vergleich von Umwelteigenschaften von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen. Das MIPS-Konzept und seine praktische Anwendung in Form einer Materialintensitätsanalyse (MAIA) können in vielfältiger Art und Weise in Unternehmen (Mikro-Ebene) und Volkswirtschaften (Makro-Ebene) zur Anwendung kommen.

Weitere Informationen zu Faktor 10 und MIPS finden sich in der vom Faktor 10 Institut entwickelten Internetschulung MIPS-Academy, in einer Sonder-Internetseite des Wuppertal Institutes MIPS-Online sowie in den Menus dieser Homepage.