Sind Nahrungsergänzungsmittel ungefährlich?

Sie sind in jedem Lebensmittelgeschäft und jedem Drogeriemarkt zu finden. Versprechen Gesundheit, Vitalität und Leistungskraft. Die Rede ist von Nahrungsergänzungsmitteln, auch „Functional Food“ genannt. Ob in einer Schokolade für Kinder, einem Fitnessriegel, der Margarine zum Frühstück oder auch einer Tütensuppe, diesen intelligenten Lebensmitteln begegnet der Verbraucher mittlerweile auf Schritt und Tritt. Aber bieten die Ergänzungsmittel wirklich Hilfe oder stellt ihr Genuss vielleicht sogar ein gesundheitliches Risiko dar? Immer mehr kritische Stimmen werden zu diesem Thema mittlerweile laut. Es ist auf jeden Fall angebracht, diese künstlich erzeugte Nahrung kritisch zu hinterfragen.

Was ist Funktional Food eigentlich?

Anders als in natürlichen Lebensmitteln, die direkt und möglichst unbehandelt vom Feld kommen, handelt es sich bei Nahrungsergänzungsmitteln um Produkte, die von der Lebensmittelindustrie mit künstlich erzeugten Vitaminen, Mineralien und anderen Stoffen angereichert wurden. Sinn dieser Zusätze soll eine gesundheitsförderliche Wirkung sein.

So soll eine probiotische Joghurt bei regelmäßigem, sprich täglichem Genuss für eine geregelte Verdauung und eine gesunde Darmflora sorgen. Doch kann eine solche Joghurt so auf den menschlichen Verdauungstrakt wirken. Studien mit zwei Testgruppen ergaben hierzu, dass der regelmäßige Verzehr wirklich die Verdauung anregte, stellten aber anhand des Placeboversuchs mit der wesentlich günstigeren Naturjoghurt ein ähnliches Ergebnis fest. Die Probanden beider Gruppen hatten nach zwei Wochen weniger Verdauungsprobleme. Also waren das künstlich angereicherte Produkt und die unbehandelte Joghurt in ihrer Wirkung relativ gleich. Mit einem Unterschied die probiotische Kost war mit erheblich mehr Zucker versetzt, das Naturprodukt hatte nur einen geringen Zuckeranteil. Gleichfalls der Preisunterschied fiel ins Gewicht. Während das Markenprodukt 60 Cent kostete, lag der Preis der weißen Naturjoghurt bei nur 15 Cent.

Gesunde Margarine – vielleicht doch ein Gesundheitsrisiko?

Ein anders bekanntes Beispiel sind die Margarinen, die den Cholesterinspiegel senken sollen. Experten warnen bereits, da viele Kunden zu diesem Aufstrich greifen, obwohl sie keine Problem mit hohen Cholesterinwerten haben. Denn auch hier gibt es bis jetzt keine aussagekräftigen Langzeitstudien, die belegen können, wie sich ein solches Nahrungsmittel langfristig auswirkt. Sogar von einem erhöhten Krebsrisiko ist die Rede.
Doch warum wächst der Markt der intelligenten Lebensmittel, der Vitaminpillen und Mineralstoffpräparate. Drauf geben Verbraucherschützer eine klare Antwort. Mit diesen Produkten erschließt sich die Lebensmittelindustrie einen immer größer werdenden Markt, der für wachsende Gewinne sorgt. Denn das „Functional Food“ kostet mehr als die normalen Produkte. Viele Kunden sind zudem bereit mehr zu bezahlen, da sie sich von diesem Essen ein Plus für ihre Gesundheit erhoffen.